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Samstag, 18. Februar 2017

Astrid Lindgrens Welt

Astrid Lindgrens Welt

Die Geschichte hinter dem Park


Drei Familien hatten 1981 die Idee, eine Art „Märchenpark“ in Vimmerby zu bauen – einen Ort, an dem die in Astrid Lindgrens Büchern beschriebenen Orte erlebbar und greifbar zu machen. Sie starteten im Maßstab 1:3 mit Katthult – dem Haus von Michel. Nach und nach kamen weitere Häuser dazu. 1989 war der Park bereits zu groß, um von den drei Familien geführt zu werden. Die Anlage wurde an einen großen Konzern verkauft. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, noch mehr und vor allem auch viel größere Schauplätze zu bauen. Der erste Schauplatz (das Heckenrosental der Brüder Löwenherz) in Originalgröße wurde 1990 fertig gestellt. Im Jahr danach folgte die Krachmacherstraße, denn die Lotta-Filme sollten 1991 und 1992 dort gedreht werden – was auch tatsächlich wie geplant stattfand.
Und so wurde der Park nach und nach ausgebaut, erfreute sich immer größerer Beliebtheit und kann an manchen Tagen den Besucherandrang kam bewältigen – räumlich gesehen. 





Pippis Hoppe Tosse - kann sogar richtig fahren!

Der Park heute

Wir sind bekennende Lindgren-Fans, keine Frage. Wir haben trotzdem kurz überlegt, ob wir in den Park gehen sollen. Der Eintrittspreis schreckte uns ab. Umgerechnet 150 Euro für einen Tag (von 10-18 Uhr ist der Park in der Hauptsaison geöffnet) fanden wir schon recht viel. Außerdem 5 Euro für den Parkplatz – und gegessen hatten wir dann ja auch noch nichts. Aber – und es ist ein dickes ABER! - wir sind vermutlich nur dieses eine Mal in Schweden. Es gibt zu viel auf der Welt, was wir noch sehen wollen. Wer weiß schon, was noch kommt? Die Kinder werden schnell größer, sodass der Park auch nur eine gewisse Zeit lang attraktiv ist. Also – hey! Rein mit uns! Klar wollten wir für das Geld auch möglichst lange im Park sein und reihten uns um 9.45 Uhr in die lange Schlange der wartenden Autos ein. Wider Erwarten waren wir schon 25 Minuten später im Park. Die Mitarbeiter dort sind extrem gut organisiert, die Maschinerie „Vergnügungspark“ läuft perfekt. Und das meine ich nicht negativ. 


Karlssons Haus. Oben auf dem Dach, wo sein Haus ist, sind Rutschen eingebaut
Madita "Sommertag mit Läusen"



Der Unterschied zu einem „herkömmlichen“ Vergnügungspark und Astrid Lindgrens Welt besteht darin, dass es dort keine Fahrgeschäfte gibt. Die Kinder sollen dort das machen, was Kinder tun sollen: spielen.
Es gibt unendlich vielen Spielplätze, Klettermöglichkeiten, Verstecke etc. Besonders beeindruckend fand ich irgendwie die riesengroße Fläche, auf der unzählige Wipp-Pferde standen. Einfach „nur“ Wipp-Pferde. Ohne Hightech, ohne Geräusche, Blinklichter oder sonstigen modernen Schnickschnack, ohne den man ja manchmal glaubt, nicht auskommen zu können.
Direkt nebenan Pippi Langstrumpfs „Nicht-den-Boden-berühren“-Parcours, ganz verwunschen über einen Bach, über Steine, Äste, Balken. 



Lottas Fahrrad!


Und von was der Park selbstverständlich lebt, sind die Vorstellungen. Schauspieler führen kleine Stücke aus Astrid Lindgrens Büchern auf. Die Stücke dauern zwischen 15 und 25 Minuten. Es gibt jedes Jahr neue Aufführungen mit den bekanntesten Figuren. Beachten muss man, das die Stücke grundsätzlich nur auf schwedisch aufgeführt werden. Wer allerdings die Bücher (oder Filme) kennt, der kann völlig problemlos die Handlung verfolgen. Wir können alle kein schwedisch und kamen prima zurecht. Wir haben sehr viele der angebotenen Vorstellungen mitgenommen, wenn es manchmal auch nicht einfach war, einen Platz zu bekommen. 


Pippi veräppelt die Polizisten...

... und macht sie nass!


Ronja Räubertochter ist die Heldin meiner Kindheit. Was wäre ich gerne gewesen wie sie! Und so hatte ich mich am meisten auf die Vorstellung in der Mattisburg gefreut. Es stellte sich jedoch heraus, dass es für die Menschenmassen einfach zu wenig Plätze gab. Wir haben von ganz weit außen, wo schon gar keine offiziellen Plätze mehr waren, halb im Gebüsch stehend die Aufführung verfolgt. Schade. Das hat mich wirklich geärgert. Ich hatte mich so darauf gefreut!

Ronjas Burg aus dem Gebüsch heraus

Versöhnt wurde ich erst ganz am Schluss, als ich mit meiner Großen in die Vorstellung der Brüder Löwenherz gegangen bin. Wir waren 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn dort – und haben einen der letzten Sitzplätze erhascht. Die Vorstellung wurde empfohlen für Kinder ab 9 Jahren, da Kampfszenen gezeigt wurden, die für jüngere Kinder eher nicht geeignet sind. Wir haben uns auch daran gehalten. Unsere Jüngere ist sehr empfindsam und so fanden wir, dass wir der Empfehlung besser folgen sollten. Sie kam nicht zu kurz – hat sich in der Zeit mit dem Papa „Karlsson vom Dach“ angeschaut.

Karlsson vom Dach


Die Brüder Löwenherz jedoch rührten mich zu Tränen – und das obwohl ich kein Wort verstanden habe! Das war völlig belanglos. Wir haben mitgefiebert, mitgelitten und waren zu Tode betrübt, als Jonathan am Schluss verwundet zusammenbrach. Es brach uns das Herz, den kleinen Karl über das Unglück seines geliebten Bruders so verzweifelt zu sehen. Eine wirklich packende Vorstellung!


der gefährliche Drache Katla

Jonathan Löwenherz (li) wurde getroffen -
sein Bruder Karl leidet. Und wir mit ihnen!
 

Fazit des Tages

Alles in allem war es – für mich - ein sehr gemischter Tag. Ich persönlich habe mich durch die unfassbaren Menschenmassen öfter unwohl gefühlt. Das hatte manchmal echt was bedrängendes. Allein nur einen Platz für unser Mittagspicknick zu finden war nicht so einfach. Alle Plätze und Bänke waren belegt. Die Picknickdecke hatten wir im Auto gelassen, schließlich mussten wir unser Gepäck den ganzen Tag durch den Park schleppen. Nach längerer Suche haben wir in Bullerbü (im nachgebauten) eine freie Bank gefunden. Die Kinder jedoch hatten solch großen Spaß und schwärmen immer noch davon. Sie waren total begeistert von diesem Tag, von den vielen Vorstellungen, vom eintauchen in Astrids wunderbare Phantasiewelt. Die Vorstellungen haben uns Erwachsenen auch gefallen. Verrückt, wenn man nix versteht und es auch noch toll findet!  Es war ein langer, prall mit neuen Erinnerungen gefüllter Tag, der für mich persönlich auch noch richtig blöd endete. Aber dazu erfahrt ihr in Kürze mehr. 


 
kleine Bullerbü-Häuser



Infos zum Park

Der Park ist über die Wintermonate geschlossen. Die Nebensaison startet im Mai und geht bis Juni. Bis August ist dann Hauptsaison, bis im September dann die Nachsaison das Jahr langsam ausklingen lässt. Da die Öffnungstage (also Start und Ende) jedes Jahr ein wenig variieren, schaut am besten direkt auf die Homepage von Astrid Lindgrens Welt – dort habt ihr die Infos immer aktueller, als ich sie hier bieten kann.

Bollerwagen kann man am Eingang mieten. Im Park gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich etwas zu essen oder trinken zu kaufen. Wer das Geld dazu ausgeben mag, kann sich ganz ohne viel Ballast auf dem Rücken durch den Park schlemmen. Uns war 1. der Eintrittspreis hoch genug und wie sich im Park herausstellte 2. die Schlangen vor den Restaurants und Buden viiieeel zu lang. Im Park gibt es aber auch Grills, an denen Grillanzünder und Kohle bereit stehen.
Wer mit dem Zug anreist, kann an der eigenen Bahnstation „Astrid Lindgrens Värld“ aussteigen. Der Park ist an fast allen Stellen rollstuhl- und kinderwagengeeignet.

Die Vorstellungen sind alle im Eintrittspreis enthalten. Aber sie finden alle unter freiem Himmel statt, Ausweichmöglichkeiten bei Regen gibt es nicht. Die Schauspieler sind trotzdem irgendwo in der Nähe. Besonders toll finde ich, dass im Sommer an bestimmten Terminen auch Vorstellungen in Gebärdensprache gegeben werden.

Selbstverständlich gibt es auch einige Shops in denen man das Lieblingskuscheltier, die Kleidung der Lieblingshelden oder andere Souveniers kaufen kann. Vieles davon gibt es auch nur dort, in Astrid Lindgrens Welt. 




ich fühle mich schon ganz schön klein in
Nils Karlson Däumlings Zimer!

Samstag, 11. Februar 2017

Winterland

Hej, seid ihr noch da?

Viel, viel Zeit ist vergangen seit ich zuletzt was veröffentlicht habe. In der Vorweihnachtszeit ist bei mir immer "Land unter" - ich habe zu viel zu tun, wie die meisten von euch sicherlich auch. Da fällt das Bloggen erfahrungsgemäß etwas - oder auch ganz - hinten runter.


Das neue Jahr kam, ganz frisch. Und mit dem neuen Jahr kam die Ruhe. Endlich einmal durchatmen. Luft holen, Kraft tanken. Nichts tun. Der geplante Kurztrip wurde kurzerhand wegen Krankheit abgesagt und irgendwie stand alles auf PAUSE. Einmal orientieren. Sacken lassen, was im Jahr vorher alles geschehen war. Die Seele wieder hinterher kommen lassen, bei mir ankommen lassen.

Es ging mir nicht schlecht, im Gegenteil. Ich glaube, durch diese lange Atempause habe ich wieder viel mehr zu mir gefunden, kann vieles gelassener sehen und mit einer gewissen Distanz. Das ist manchmal gar nicht schlecht.


Und so bin ich nun hier angekommen. In der Zwischenzeit hatte unser Computer noch ein Problem und war einige Wochen kaum nutzbar. Mittlerweile ist es schon Mitte Februar und ich versuche mich mal wieder an einem Post.



Dabei bin ich gar nicht sicher, was ich künftig so posten will. Es gibt wenig, was ich so sehr liebe wie das Reisen. Daraus resultiert, dass ich Reiseberichte liebe. Ich liebe es, sie auf anderen Blogs zu lesen. Das gibt mir Inspiration für unsere nächsten Reisen (für dieses Jahr sind schon einige geplant). Ich schreibe die Reiseberichte auch sehr gerne. Das Problem an der Geschichte ist nur, dass es sehr lange dauert, einen solchen Bericht so zu schreiben, wie ich ihn gerne hätte. Und diese Zeit habe ich manchmal nicht. Oder ich mag sie mir nicht nehmen, je nachdem. Es gibt noch genug, über das ich berichten kann, von Orten und Begebenheiten, an denen wir gewesen sind.

Natürlich bin ich auch weiterhin kreativ. Klar kann ich auch davon was zeigen. Ich habe einige fertige Projekte hier, die ich noch nicht gezeigt habe.

Also wird es vermutlich weiterhin eine Kombination aus beidem bleiben.



Die Bilder sind übrigens (zumindest fast) alle auf einer kleinen Winterwanderung neulich entstanden. Wir sind mit den Schlitten unterwegs gewesen und haben ein Picknick gemacht. Mit Punsch, Tee, Glühwein und Keksen. Die waren vielleicht lecker - gefüllt mit einer Haselnusscreme! Wir sind - wie Stammleser wissen - Hardcore-Picknicker und picknicken auch im Winter.

Denn Picknick geht immer, oder?  😊

Vielleicht mögt ihr mir ja auch per Kommentar mitteilen, was ihr lieber lesen mögt? Ich freue mich immer über Kommentare!