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Donnerstag, 22. September 2016

Västervik

Hallo Ihr Lieben!

Mal wieder gab es eine längere Pause - hier ist viel los, das reale Leben war und ist im Umbruch und so dauert es seine Zeit, bis wieder alles rund läuft. Davon sind wir noch immer weit entfernt, aber trotzdem habe ich jetzt mal die Zeit gefunden, meine längst angefangenen Zeilen über Västervik zu beenden und die Fotos zu bearbeiten. 

Västervik - der Hafen


Västervik – die „Perle der Ostsee“

Västervik ist eine sehr hübsche Stadt am Meer. Sie präsentiert sich uns auch wirklich nur von ihrer allerschönsten Seite. Die Sonne scheint warm, der Himmel ist blau, das Wasser auch. Im kleinen Hafen schaukeln die Fischerboote sanft in den Wellen. Auf dem schmalen Streifen zwischen Häusern und Hafen legen sich die Menschen zum Sonnen ins Gras.

Västervik ist „Schärenstadt“. Etwa 5000 Inselchen und Felsen zählen zu Västerviks Schärenlandschaft. Mit einem Boot kann man sich durch die wunderschöne Insellandschaft fahren lassen.

Mit 21.000 Einwohner ist Västervik gut überschaubar und auch nicht überlaufen – trotz der vielen Tagesgäste. Auf dem Platz am Hafen sind Verkaufsstände aufgebaut, es gibt allerhand Dinge zu kaufen. Bei unserem Bummel werden wir von Musik begleitet, auf der Bühne singt ein Shanty-Chor. Damit ist das maritime Feeling perfekt. Es ist Balsam für die Seele!

Das Kind genießt ein bisschen Hafen-Flair

ein Teil von Västerviks Hafen



Unos Turm

Unser nächstes Ziel soll Unos Turm sein. Dieser Turm wurde 1997 mit der großzügigen Spende eines Zahnarztes (der mit Vornamen Uno heißt) errichtet und bietet auf 18 Meter Höhe einen guten Blick auf die Schärenstadt. Und natürlich auch auf einen Teil der Schären selbst.

Der Weg führt uns an der Schlossruine Stegeholm vorbei. Dort gibt es im Sommer auch Konzerte, sogar ein Musik-Festival. Als wir dort sind, ist die Ruine leider abgesperrt, es gibt verschiedene Umbaumaßnahmen. Deshalb gehen wir weiter, Unos Turm ist ja schon weithin sichtbar.

Unos Turm

Auf ihn hinauf zu kommen gestaltet sich zunächst etwas schwierig. Denn den Eintritt muss man im Västervik Museum zahlen. Das liegt zwar neben dran, trotzdem ist es nicht ganz so einfach, dem Mitarbeiter klar zu machen, dass wir nur auf den Turm möchten und nicht auch noch in das Museum, dass die Stadtgeschichte Västerviks zeigt. Wir lieben Museen, keine Frage. Aber an einem Tag wie diesem, an dem die Sonne so wunderschön scheint und alles nach „draußen sein“ schreit, lockt uns das Museum nicht. Sorry, liebes Museum – doch der Turm winkt uns schon zu.

Schließlich haben wir aber den Eintritt nur für Unos Turm bezahlt und gehen zurück zum Turm. Dort müssen wir dann klingeln (am Turm), damit uns der Mitarbeiter des Museums fragt, was wir wollen. Wir wiederum müssen dann erklären, dass wir ja die Familie sind, die gerade den Eintritt für den Turm gezahlt hat und dann – Simsalabim! - geht die Türe auf. So kompliziert kann es sein, wenn man mal eben auf einen Aussichtsturm steigen will...


Blick auf die Schären

Wir stapfen die Stufen hinauf, besonders viele sind es nicht, 18 Meter ist ja nicht soooooo riesig hoch. Mir geben die 98 Stufen trotzdem den Rest. Ich bin schon mit Kopfschmerzen aufgewacht und durch die Stufen-Lauferei bei 30°C habe ich nun das Gefühl, mein Kopf müsste gleich zerspringen.

Schön finde ich es trotzdem dort oben! Der Blick ist wirklich toll, das Meer liegt uns glitzernd zu Füßen, die Stadt strahlt uns an und die Schären liegen idyllisch umrahmt von Segelbooten im Wasser. Wir nehmen uns Zeit für einen Rundumblick. Packen sogar die Getränkeflaschen aus dort oben und stärken uns mit einem Schluck kühlem Wasser. Ich sehne mich jedoch nach einem anderen Getränk, ich hätte gerne etwas pechschwarzes mit Koffein drin. Das hilft mir gegen Kopfschmerzen, meistens jedenfalls. Doch so etwas befindet sich leider nicht in unserem Rucksack. Die Kinder beobachten die Boote. „Ich würde so gerne auch Boot fahren“, seufzen sie. War ja klar, dass dieser Satz nicht lange auf sich warten lässt...


die Schären

Irgendwann verabschieden wir uns von dem schönen Blick auf die Schärenlandschaft und steigen wieder hinunter. Auf dem Weg zurück zum Hafen kommen wir wieder an dem hübschen Warmbadehaus auf Strömsholmen vorbei. Das 1910 nach alten Zeichnungen im Jugendstil errichtete Gebäude wurde bis 1975 als Schwimmbad genutzt. Dann gab es ein neues, moderneres Schwimmbad und aus dem alten Warmbadehaus wurde das Touristenbüro, dass sich auch immer noch im Erdgeschoss befindet.

das Warmbadehaus


Durch die Schären

Mich interessiert das Touristenbüro zu diesem Zeitpunkt in keinster Weise – ich brauche einfach nur eine Bank, etwas zu essen und vor allem eine Kopfschmerztablette und eine Cola. Mehr nicht. Die Kinder brauchen dringend das Boot. Jetzt sofort, ganz unbedingt. Wir essen unser mitgebrachtes Picknick, mein Goldschatz von einem Mann organisiert eine Cola für mich und außerdem eine Bootsfahrt für die Kinder. Tag gerettet!

Und während die drei mit einem ganz alten, sympathischen Kahn durch die Schärenlandschaft davon tuckern, bleibe ich auf der Parkbank sitzen. Ein bisschen verloren, ein bisschen wie ein alter Penner, der ein wenig viel Rotwein hatte. Denn halb sitzend, halb liegend lümmele ich mich auf die Parkbank mit dem Rucksack als Kissen unterm Kopf. Tablette runter, Cola hinterher, Augen zu. Eine Bootsfahrt in meinem momentanen Zustand hätte keinen der Fahrgäste erfreut, da bin ich sicher. Denn mein Mageninhalt rumorte schon beim Gedanken an das schwankende Boot.

St. Petri und St. Gertruds Kirche vom Wasser aus

auf dem alten Kahn in die Schärenlandschaft

der alte Kahn


Meiner Familie gefällt die Bootstour durch die Schären sehr gut. Gemütlich tuckern sie über das Wasser und sehen die Stadt von dort aus an.


Nach einer Stunde sind sie wieder da. Und ich auch! Die Ruhe (und die Tablette) hat meine Kopfschmerzen verschwinden lassen. Puhh!! Jetzt kann es weitergehen.


Bummel durch die Straßen

Ein bisschen was wollen wir ja noch von der Stadt sehen, wenn wir schon mal dort sind. Besonders gefallen hat mir die St. Gertruds Kirche. Die Malerei an der Decke im linken Querhaus beeindruckt mich sehr. Diese Art von Malerei nennt man „Grisaille-Malerei“, eine Malerei, die ausschließlich in schwarz, weiß und grau gehalten ist und vorwiegend in der mittelalterlichen Tafelmalerei verwendet wurde. Eine solchen Deckenbemalung habe ich bislang noch nirgendwo gesehen und bin immer noch sehr fasziniert davon.

Grisaille-Malerei - habt ihr so etwas schon gesehen?



Wir sehen auch noch die St. Petri Kirche an, die durch ihre warmherzige Gestaltung zum Verweilen einlädt. Für Kinder gibt es eine riesige Spielecke, für Erwachsene gemütliche Sitzgruppen und mit Blumen geschmückte Tische. In der Kinderecke können sich die Kinder Perlenarmbänder fädeln. Wir bleiben lange in dieser sehr einladenden Kirche und fühlen uns total willkommen. Natürlich nutzen die Kinder auch die Möglichkeit des Armband-Fädelns und tragen sie den Rest vom Urlaub sehr stolz. Eine tolle Art, dass die Menschen sich in einer Kirche willkommen fühlen!

Schweden kann nicht nur rot! Auch bunte (Holz-)Häuser gibt es allerorten

die schönen alte Holzhäuser

Stora Torget mit dem Rathaus (Mitte). Ein wirklich hübscher Platz!

Ansonsten lassen wir uns durch die Gassen mit den wunderschönen Holzhäusern treiben. Västervik ist eine Stadt zum Wohlfühlen, eine Stadt, in der man tolle Stunden verbringen kann. Eine Stadt, die nicht umsonst den Beinamen „Perle der Ostsee“ trägt.

Und wäre sie nicht so weit von unserer Basisstation weg gewesen, wären wir ganz sicher öfter an der Hafenpromenade entlang gebummelt. 

In diesem Sinne: bleibt reisend!!

Bis bald, eure Nina

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