Samstag, 17. Februar 2018

Kalmar und Öland

An einem warmen Sonntag im Juli 2016 haben wir uns entschieden, eine Fahrt nach Kalmar und - wenn wir es noch schaffen - nach Öland zu machen.

- dieser Bericht ist längst überfällig und Teil des Roadtrips 2016 nach Schweden. Leider habe ich es nicht geschafft, diesen eher zu schreiben. Alle Teile des Roadtrips findet ihr hier - 


Kalmar

Von unserem Ferienhaus sind es 95 km bis nach Kalmar, bis nach noch einmal 38 km mehr. Und abends dementsprechend 133 km zurück. Es wird ein langer Tag, wir sind darauf eingerichtet. In Kalmar möchten wir uns das Schloss ansehen. Es ist ein Wasserschloss, so viel wissen wir immerhin. Als wir ankommen, stellen wir überrascht fest, dass an diesem Tag ein Mittelalter-Fest auf dem Schloss gefeiert wird. Unsere Kinder sind stinkesauer auf uns - ihre Gewänder liegen im Ferienhaus. Wer hätte denn ahnen können, dass sie hier gewandet sein können, ohne aufzufallen?? Wir stellen uns trotzdem an der Kasse an und werden dort schon wunderbar von Gauklern unterhalten. Den Eintrittspreis von 430 SEK (ca. 45 Euro) zahlen wir, wenn auch nicht ganz so gerne. 

Doch später, als wir nach einigen Stunden das Schloss wieder verlassen, sind wir uns einig, dass der höhere Preis wirklich gerechtfertigt war. Es sind ganz viele unterschiedliche (und wenn ich gerade auf der Homepage richtig geschaut habe) auch wechselnde Ausstellungen, alle Schlossführungen (auf schwedisch und englisch) und in unserem Fall auch das Mittelalterfest (mit Gauklervorführungen, Schaukämpfen und Spielen für die Kids) im Preis enthalten. Im Schloss gibt es wunderschöne (restaurierte) Zimmer, sie sind alle vollständig eingerichtet und wirken, als seien die Bewohner nur mal eben kurz auf den Schlosshof gegangen. Die Zimmer selbst sind oft nach den Zimmerdecken benannt, z. B. hat der Grüne Saal eine grüne Decke und der Goldene Saal eine 400 Jahre alte goldene Decke.

Wir haben viel fotografiert, da ich aber auf der Homepage keinen Hinweis finde, ob ich die Bilder veröffentlichen darf (schwedisch kann ich leider nicht), zeige ich euch die leider hier nicht.

Aber von außen habe ich einige Bilder gemacht! Zweite Überraschung an diesem Tag: das Wasserschloss ist immer noch von Wasser umgeben und zwar von der Ostsee. Es liegt quasi mitten im Meer.

Das Wasserschloss Kalmar begrüßt uns mit bunten Fahnen
 
An das Schloss grenzt die Ostsee an, nur von einer
kleinen Wiese getrennt, die wir zum picknicken nutzen

Und das ist die Ostsee, glitzernd breitet sie sich zu Füßen des Schlosses aus.


Hier sieht man es gut: zwischen Schloss und Ostsee liegt
nur das schmale Stück Wiese. Im Schatten des Rundturms
haben wir übrigens gepicknickt. Ein wahrhaft königlicher Platz
an diesem heißen Sommertag in Schweden.

Das Schöne: jeder Raum hat ein Schild mit einer Beschreibung, und zwar auf schwedisch, englisch und deutsch! So können auch unsere Kinder lesen, wo wir gerade sind und was das Besondere an diesem Raum ist.

Als wir da waren, gab es eine Ausstellung zu Michel aus Lönneberga (in Schweden heißt er Emil) mit den Originalzeichungen von Björn Berg. Nebenan ist die Küche von Katthult nachgebaut, man kann sich als Michel/Emil, Klein-Ida oder Vater verkleiden. Witzig finden wir, dass man auch das Plumps-Klo nachgebaut hat und nun für ein Foto aus dem Loch herausschauen kann.

Außerdem gibt es viele Schlossmodelle anhand derer man den Bau des Schlosses vom ersten Turm bis zum heutigen Schloss nachvollziehen kann. Und dann waren wir wirklich genug in geschlossenen Räumen und wenden uns bei diesem wunderbaren Sommerwetter wieder dem Schlosshof zu. 


Das Schloss Kalmar - ein wirklich schöner Ort!
Außerhalb der Schlossmauern grenzt direkt der Stadtpark mit Kinderspielplatz und einer Bühne an. Auf der Bühne macht gerade eine Band richtig gute Musik und wir setzen uns eine Weile dazu. Einer der drei Musiker hat ein Instrument, das ich noch nie zuvor gesehen habe. Meinen Recherchen zufolge ist es eine Balalaika, eine Schalenhalslaute aus der russischen Musik. Sie klingt wirklich toll und wir sitzen bis zum Schluss und hören zu.  Auf dem Rückweg zum Auto machen wir einen kleinen Schlenker durch die Stadt und kommen am alten Friedhof Gamla Kyrkogården vorbei. Und sind sehr erschrocken. Denn auf und zwischen den alten Grabplatten sitzen, liegen und lümmeln die Leute und picknicken. Und ich weiß bis heute nicht, ob ich über die Störung der Totenruhe empört sein soll, oder froh darüber, dass Leben und Tod so friedvoll und selbstverständlich nebeneinander hergehen. 


Öland

Weiter geht die Fahrt über die 6 km lange Brücke, die eine der längsten Europas ist, bis auf die Insel Öland. Der Tag neigt sich langsam, aber wir möchten gerne noch ein bisschen was von Öland sehen.



Und auf nach Öland!


132 km lang und maximal 16 km breit liegt die Insel in der Ostsee und verzaubert uns sofort mit ihrem südländischen Charme. Die Felder sind karg. Uralte Steinmauern begrenzen die Weiden und Felder. Mittendrin zupft das Vieh die besten Grashalme aus der sonnenverbrannten Wiese heraus. Über allem liegt dieser Sommertag, von dem man hofft, er möge nie enden.





Nach 35 km erreichen wir die Burgruine Borgholm. Es ist bereits 17 Uhr. Gut, dass die Sonne hier im Juli fast gar nicht untergeht. Trotzdem ist nur noch eine Stunde Einlass in die Ruine. Wir beeilen uns also besser ein bisschen.


von weitem sieht sie gar nicht aus wie ein Schloss, die
Schlossruine Borgholm
Das Schloss Borgholm entstand ursprünglich aus einem Wehrturm des 12. Jhd. Durch die strategische Bedeutung in den Kriegen Schweden-Dänemark hat man diesen Turm ständig erweitert, bis nach und nach eine Burg und schließlich ein Schloss daraus entstand. Anfang des 18. Jhd. war die Grenze nach Süden verlegt und so hatte das Schloss keine große Bedeutung mehr. Es verfiel nach und nach. 






Heute werden in der Schlossruine Konzerte abgehalten. Das erfahren wir ganz unmittelbar, denn von wegen "eine Stunde bleibt uns noch"! Rüde werden wir nach 50 Minuten zum Ausgang "gebeten" - es fehlt nur noch der Besen, dann hätte der Aufseher uns sicher noch bis vor die Tür gekehrt. Er war sehr unfreundlich und ich habe mich am Ende richtig über ihn aufgeregt. Wir waren ganz oben auf dem Umgang und mussten auf jeden Fall eine Steintreppe runter um zum Ausgang zu gelangen. Die Stufen waren sehr grob in den Stein geschlagen und so hoch, dass unsere Jüngste mit ihren kurzen Beinen auf allen Vieren hinauf oder hinunter kraxeln musste. Die Stufen gingen ihr bis über die Hüfte. 
Und der Typ ließ uns - obwohl er sah, wie sie sich anstrengen musste! - eine Treppe hinuntersteigen, obwohl er wusste, dass er unten bereits die Tür abgeschlossen hatte! Das ist doch die Höhe, oder? Wir mussten also alles wieder rauf, die Jüngste auf allen Vieren und eine andere Wendeltreppe nehmen. Der Typ stand nur oben ohne eine Miene zu verziehen. Ich habe innerlich so gekocht, echt. So ein ...


Hier standen wir, als der Aufseher uns zum Ausgang "geleitete"
Hinten links seht ihr das Geländer, das um den Treppenaufgang
gebaut wurde. Einmal runter und wieder rauf - für die Katz.

Doch die Insel ist so schön, dass meine Wut schnell verraucht. Auf dem Parkplatz kann ich schon wieder lachen, denn das Auto neben uns hat wunderschöne Augen. Wie jetzt, Augen? Ja, das Auto hat Augen. Mit langen Wimpern:


ein Auto mit Wimpern. Und Strasssteinchen-Lidschatten!

Fast unmittelbar neben der Schlossruine Borgholm liegt das Schloss Solliden, die Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie. Doch da schließt man auch um 18 Uhr... Wir picknicken unser Abendbrot auf dem Picknickplatz vor den Toren von Schloss Solliden, das ist doch auch schon mal was. 

Auf dem Rückweg kommen wir noch an einem Gräberfeld aus der Eisenzeit vorbei. Ich bin restlos begeistert - ein altes Hügelgrab! Aus der Eisenzeit!! Unsere Große bezweifelt bis heute, dass es tatsächlich ein so altes Gräberfeld ist. "Woher wollen die denn das wissen?", sagt sie skeptisch. Mir ist das egal - ich glaube es einfach und fertig. 

Also, wenn man es denn glaubt, gibt es dort ein Gräberfeld aus der Eisenzeit, die von 500 v. Chr. bis 1050 n. Chr. ging. Es befinden sich etwa 60 Gräber in meist runden Grabhügeln dort. Einige dreiseitige Gräber mit aufgerichteten Steinen an den Ecken gibt es auch. Zwei der Gräber sind untersucht worden und man hat menschliche Knochen, Tierknochen und Topfscherben aus dem 9. Jdh. n. Chr. gefunden. So steht es jedenfalls auf dem Schild, das neben den Grabhügeln angebracht ist. Es muss einige dieser Gräber hier auf Öland geben und ich bin so froh, dass wir durch Zufall eins entdeckt haben - auch, wenn einige der Truppe die Echtheit anzweifeln.


Die Grabsteine der Hügelgräber

hier ist das Hügelgrab aus der Eisenzeit - wenn man denn glaubt,
dass es ein Grab aus der Eisenzeit ist...


Auf Öland gibt es auch noch eine Besonderheit. Das sind die so genannten "Ölandmühlen", kleinere Bockwindmühlen. Das Besondere an diesen Mühlen: Sie stehen auf einem Pfahl, so kann man sie immer mit dem Wind drehen. 
Früher gab es über 2000 dieser Ölandmühlen, heute sind es noch etwa 350 Stück.  Sie stehen auch am Straßenrand, sodass man im Vorbeifahren bequem welche sehen kann. Alles Getreide was hier geerntet wurde, wurde direkt zu Mehl verarbeitet.


eine Ölandmühle
sie gehört zur Gattung der Bockwindmühlen,
die unten nur einen Pfahl haben, damit man
sie immer mit dem Wind drehen kann.

Ich möchte diese wunderschöne Insel gar nicht verlassen. Viel zu viel gibt es noch zu entdecken, wir haben in den paar Stunden ja quasi gar nichts gesehen, nur einen allerersten Eindruck erhascht. Doch der Rückweg ist weit, die Kinder werden müde und wir müssen ja noch 133 km fahren um in unser Ferienhaus zurück zu kommen. Also muss ich mich wohl schweren Herzens verabschieden.

Unterwegs werde ich aber noch mit einer Pause an einem See versöhnt.


Schweden - du Schönheit

Ich habe ein Teil meines Herzens in Öland verloren. Und irgendwann muss ich noch einmal dort hin, diesen Teil wieder abholen, fürchte ich...


Donnerstag, 15. Februar 2018

Jubiläum - 70. Geburtstag

Wie im letzten Post versprochen gibt es nun die Karte zum 70. Geburtstag. Die, die dann tatsächlich zum 70. verschenkt wurde, nachdem ich die andere ja nicht so passend fand.

Ein Fahrrad war gewünscht, der Beschenkte
ist leidenschaftlicher Fahrradfahrer
Im Hintergrund habe ich endlich auch mal auf einer Karte den tollen Prägefolder mit den Bergen genutzt. Ich finde, es ist recht schick geworden und trotz der Streifen kann man die Berge gut erkennen. Die Utensilien im Fahrradkorb habe ich per Hand ausgeschnitten. Zu einer guten Radtour gehört doch auch unbedingt ein Picknick um sich für die Weiterfahrt zu stärken und die Fahrt ordentlich genießen zu können, oder?

Hier sind die Berge noch einmal ein bisschen besser zu erkennen
Die Zahl und das Wort "Geburtstag" sind ausgestanzt und
dann mit schwarzem Papier hinterlegt. Das ist ein schöner
Effekt. Ich hoffe, man kann das hier ein bisschen erkennen?!

Ich hoffe, der Jubilar hat es ordentlich krachen lassen. 70 zu werden schafft nicht jeder und deshalb ist das auf jeden Fall ein richtig guter Grund, um sich feiern zu lassen und mit allen, die einem wichtig sind zu feiern. Apropos - ich runde auch in nicht mehr allzu ferner Zukunft (nur 70 werde ich noch nicht 😉)! Und darum gehe ich mir nun schon mal Gedanken machen, wie ich es an diesem Tag dann richtig krachen lasse... 😊

Freitag, 9. Februar 2018

Grau & Gelb

Ein Kärtchen ist in den letzten Tagen irgendwann entstanden. Eigentlich sollte es eine Karte zum 70. Geburtstag werden, ein Fahrrad sollte drauf sein. Doch als die Karte fertig war, fand ich sie irgendwie dann doch nicht passend für einen 70. Geburtstag und habe noch eine andere Karte gemacht. Die zeige ich euch in den nächsten Tagen.
Als ich heute ein bisschen von Blog zu Blog gehüpft bin, bin ich auch bei Challenge up your life vorbei gekommen und traute meinen Augen nicht: die aktuelle Challenge lautet "Grau und Gelb". Und ich finde, meine Karte passt perfekt dazu!

 Deshalb nehme ich nach längerer Zeit mal wieder an einer Challenge teil.



Der Hintergrund ist wieder mit meinem Lieblingspulverchen entstanden. Diesmal war ich wirklich überrascht, denn es gab plötzlich ganz viele pinke, blaue und grüne Farbtupfer im Goldton. Und genau deshalb mag ich das Pulver so - man kann damit malen und wenn man sie "explodieren" lässt, weiß man nie, was man bekommt (wie bei einer Pralinenschachtel, ihr wisst schon...). Die Farben sehen jedes Mal anders aus.


Und sie glitzern und schimmern jedes Mal so schön!


Mal sehen, wer die Karte bekommt...


Donnerstag, 1. Februar 2018

Schimmer-Vogel

Im Oktober hatte ich euch eine Karte gezeigt, die ich mit einem neu bei mir eingezogenen Farbpulverchen gemacht hatte. Ich liebe das Farbpulver! Denn mit dem Farbpulver kann man nicht nur eine "Farbexplosion" erzeugen, sondern auch damit malen.

Und das Beste: zu Weihnachten habe ich noch vier weitere Farben bekommen! Gerade bin ich ein bisschen am experimentieren und das erste "vernünftige", das dabei heraus kam ist eine Karte mit einem Schimmer-Vogel. Bisher wusste ich gar nicht, dass es die Art der Schimmer-Vögel überhaupt gibt, aber seht selbst - es gibt keinen Zweifel...

Ohne Licht wirkt der Schimmer-Vogel noch
gar nicht so schimmerig. Abwarten!

Das grüne Farbpulver sieht in der Dose rosa aus. Heraus kommt ein
sattes, dunkles Grün oder sogar ein gelbliches Grün. Sehr schick!

ist das Vögelchen nicht putzig? Ich hatte mich direkt
in den Stempel verliebt.
Ja, ein bisschen erahnt man das
Schimmern nun schon...
Ja, das Blatt schimmert schon mal total schön und die
Farbverläufe sind auch echt toll

Ja, nun kann man es gut erkennen!
Für den Vogel habe ich drei verschiedene Pulver
verwendet, das goldene leuchtet am meisten.


Was für ein schimmerndes Köpfchen der
Schimmer-Vogel hat! Toll, oder?

Sogar die Füße leuchten golden!

Also ich bin rundum überzeugt von diesem tollen Pulver! Und hoffentlich kann ich euch bald weitere "Experimente" damit zeigen.

Freitag, 26. Januar 2018

Zur Taufe ... eine Kerze und eine Karte

Im letzten Jahr durfte ich noch einmal Patentante werden. Das freut mich natürlich sehr! Und ich hatte mich angeboten, die Taufkerze selbst zu gestalten. Das hatte ich nun schon zweimal gemacht und mittlerweile habe ich richtig Spaß daran gefunden. Zum Taufspruch passte ein Baum. Und da das Patenkind ein Mädchen ist, musste es außerdem rosa sein. Und ein bisschen Glitzer wäre auch nicht schlecht.

Nun, das habe ich daraus gemacht:

Die Taufkerze

Außer den Blüten habe ich noch christliche
Symbole mit eingearbeitet, Fische, Kreuze und Herzen

und eine Eule für die Weisheit, die im
Taufspruch vorkommt

Und als alte Papier-Tante habe ich dann passend zur Kerze auch noch eine Karte gestaltet.

Die Karte ist die Kerze in Kartenform

und hier noch einmal das Set im Vergleich

Dem Täufling war's noch egal, sie ist ja erst ein halbes Jahr alt gewesen. Doch die Eltern haben sich sehr gefreut. Ich selbst war wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Es hat mir richtig Spaß gemacht, mit dem Wachs zu arbeiten.

Habt ihr schon einmal eine Kerze gestaltet?

Dienstag, 16. Januar 2018

Bayerischer Wald im Winter

Was kann man im Bayerischen Wald in einer sehr trüben und verregneten Woche im Winter machen? Wir haben ein paar Tipps für euch mitgebracht, denn wir waren jetzt gerade erst über Silvester dort.

Und was man dort machen kann, wenn es jeden Tag regnet, das will ich euch hier ein bisschen zeigen.


1. Ein Glasdorf besuchen

Das ist im Bayerischen Wald nun wirklich das Leichteste, denn im Bayerischen Wald ist die Kunst des Glasmachens seit dem 14. Jahrhundert beheimatet. Holz als Energiequelle gab es nun wirklich überall. Das Quarz als Hauptrohstoff war ebenfalls reichlich vorhanden und Pottasche gewann man aus Buchenholz. Nur Kalk, ein wenig Ton für die Öfen und geringe Mengen an verschiedenen Erden für farbiges Glas mussten importiert werden. Anfangs gab es "Wanderhütten", die ihren Standort immer wieder verlegten, je nach Verbrauch des umliegenden Waldes. Heute gibt es eine "Glasstraße", an der unzählige Glashütten und ganze "Glasdörfer" liegen. Wir haben zwei Glasdörfer besucht und können beide uneingeschränkt empfehlen.

Das Glasdorf Weinfurtner in Arnbruck hat einen richtig schönen Garten mit großem Spielplatz und Tiergehegen, außerdem mehrere Läden in denen Glas verkauft wird und eine Glashütte. Dort kann man zwei Glasmachern zusehen, wie sie kleine Figuren oder auch mundgeblasene Gegenstände herstellen. Wir waren hier vor vielen Jahren schon mehrmals und waren sehr amüsiert darüber, dass es immer noch die gleichen Herren in den gleichen Klamotten sind, die die gleichen Gegenstände herstellen. Es ist doch auch beruhigend, dass sich manches nie ändert, oder? Wir haben gerne wieder zugesehen!

Frösche auf Partnersuche, total witzig!
Unter jedem Frosch steht eine "Anzeige", die das Wesen
des Froschs kurz beschreibt. Eine sehr lustige Idee!

Hier stand drunter:
"Er, elegant, gepflegt, häuslich ist auf der Suche nach Dir!
Wie wäre es mit einem Dinner zu zweit, ich habe
immer* Zeit für dich, meine Lady?

*Am 20. Sept. habe ich schon was vor: Muss die Hecke
schneinde, steht im Gartenkalender

(Eric, 43)
Die Glaskunst im Garten wechselt aber ständig, hier kam uns (bis auf
die Krokodile am Wasser) nichts mehr bekannt vor.
Hübsch, oder?


Das Glasdorf Joska in Bodenmais ist auch sehr nett, hier gibt es die Läden alle unter einem Dach, gerade bei Regenwetter eine feine Sache. Ein Café gibt es auch und im Außenbereich noch winterliches Ambiente mit Eisschollen auf denen Eisbären und Pinguine aus Plüsch und ein Thron die Kids erfreuen.

Die Außenfassade hängt von oben bis unten voller Glaskugeln
Sieht toll aus!


Mit den Glaskugeln kann man richtige Bilder zaubern.

Eine Runde im Rentierschlitten
habe ich auch gedreht...


2. ein Science-Center besuchen

In St. Englmar gibt es das "Bayerwald Xperium" mit wunderbaren Exponaten zum ausprobieren, experimentieren, hören, sehen und staunen. Es ist ein bisschen ähnlich wie unser Lieblingsmuseum "Mathematikum", aber es gab auch noch uns unbekannte Ausstellungsstücke. Das Mitmachmuseum ist nach Themenbereichen aufgeteilt. Es gibt "Experimentierstationen" zum Thema Akustik, Optik, Wasser, Technik und viele mehr. Wir haben einen absolut vergnüglichen Nachmittag dort verbracht und würden das Bayerwald Xperium auch bei schönem Wetter absolut empfehlen!

optische Phänomene

Uff. Nun wird mein Kopf auf
dem Silbertablett serviert....

Farbexperimente auf riesigen Seifenblasen



3. nach Furth im Wald fahren

Ein ganz besonderes Erlebnismuseum auf und in einem 1900 errichteten Industriegelände und  -gebäude ist die "Erlebniswelt Flederwisch". Wir waren hier schon viele Male und sind jedes Mal wieder begeistert. Man kann Flederwisch mit nichts vergleichen und kaum beschreiben. Der Garten ist ein einzigartiges Sammelsurium an kuriosen und geheimnisvollen Dingen. In den warmen Monaten können die Kinder Goldwaschen, Edelsteine schürfen, Armbrust schießen und Papier schöpfen, außerdem hat dann das Café "Zum Goldenen Dampfkessel" geöffnet. In den Gebäuden gibt es eine alte Buchdruckmaschine, eine "Transmissionsmaschine", eine gigantisch große Dampfmaschine und so vieles mehr. Wir haben auch mehrfach schon an einer Führung teilgenommen, die immer wieder total klasse ist. Alle sind gefordert mitzumachen. Diesmal hat unsere Tochter beim Schmieden geholfen und ist noch Stunden später mit ruß geschwärzten Wangen herumgelaufen. Ein Herzens-Ort durch und durch!

Im Gästebuch der Erlebniswelt Flederwisch ist zu lesen "Hier wird der Vergangenheit eine Zukunft gegeben" und dem kann ich nur zustimmen. Eine so lebendige Vergangenheit habe ich selten gesehen. Wenn ihr im Bayerischen Wald seid - UNBEDINGT MACHEN!!!!

Papier schöpfen wie in alten Zeiten. Die fertigen Büchlein
gibt es dann im Shop zu kaufen. Ich nenne nun eins mein
Eigen und hüte es wie einen Schatz.

Die Dampfmaschine ist riesig und es hat viele LKW gebraucht
um die Maschine in Einzelteilen in die Fabrikhalle zu bringen.
im Garten gibt es wundervolle Dinge
zu entdecken


4. Trotzdem raus gehen!

Geht trotzdem raus! Es lohnt sich!


In Furth i. W. gibt es außerdem den "Wildgarten" mit Unterwasserstation. Noch so ein Herzens-Ort, den wir allerdings jetzt zum ersten Mal besucht haben. Im Sommer muss es hier herrlich sein. So viel Picknick können wir gar nicht mitnehmen, wie wie Picknickplätze entdeckt haben! Einer schöner als der andere. Doch auch jetzt im tristen, grauen und nassen Januar hat der Garten uns sofort in seinen Bann gezogen. Alles ist aus Naturmaterial gebaut und zwar so, wie es eben gewachsen ist. Da ist nicht begradigt, es wird eben so eingefügt, wie es passt. Das Ergebnis ist ein absolut verwunschener, in sich stimmiger Garten. 

Es gibt ein Labyrinth, in dem Verlaufen aber nicht so einfach ist. Plötzlich muss man leise weitergehen - das grasende Mammut soll doch bitte nicht gestört werden. Ein ganz mystischen Weg führt an sehr düsteren Gestalten vorbei.

Uhhh... Gruselig!

Am allerschönsten fanden wir den Feenbaum, der bis in die Spitze begehbar ist.

Der Feenbaum. Ja, glaubt es ruhig, er ist
begehbar und zwar ganz bequem.

zum Feenbaum führt eine Brücke über den Bach


Als Alternative können wir euch den kurzen Wanderweg rund um den Großen Pfahl bei Viechtach empfehlen. Ca. 3 km lang zieht sich der Weg rund um einen Steinbruch durch den Wald bis zum Großen Pfahl, einer Quarzsteinformation. 

Ja, der Wurzelsteig ist bei Regen teilweise rutschig, das
muss ich zugeben. Trotzdem tut eine Runde durch den Wald gut.

Der Große Pfahl
Danach könnt ihr das Kristallmuseum Viechtach besuchen, wenn ihr Spaß an hübschen Steinen und Mineralien habt. 



5. Einen Spaziergang durch einen hübschen Ort machen

Da bietet sich zum Beispiel die Stadt Bad Kötzting an. Mittelpunkt der Stadt ist die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die inmitten einer Wehranlage mit äußerer Ringmauer, einem Graben und einem inneren Befestigungsring liegt. 

Das ist die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit der Ringmauer

Durch die Stadt gibt es bis zum 6. Januar eine Art "Krippenweg". Einen Krippenweg laufen wir immer an Silvester, das ist uns in den letzten Jahren irgendwie zur Tradition geworden. Also haben wir dieses Mal den Krippenweg in Bad Kötzting ausprobiert. Die Krippen finden sich in den Schaufenstern der zahlreichen Geschäfte. So lässt sich der Krippenweg auch mit dem ein oder anderen Shopping-Erlebnis verbinden - wenn nicht Silvester wie in 2017 auf einen Sonntag fällt. Wir konnten uns also ganz auf die Krippen konzentrieren. In oben erwähnter Kirche gibt es gleich zwei recht große Krippenszenen.

eine Krippe in einem großen Kürbis

Doch die schönste und größte Krippe ist eine begehbare Krippe ein Stück weiter auf einem großen Platz. Dort haben wir heißen Tee und leckere Plätzchen gepicknickt.
Die große, begehbaren Krippe. Toll, oder?
die Plätze sind kurz nach Weihnachten noch
stimmungsvoll beleuchtet

6. eine Burgruine besuchen

Zieht euch warm an, der Wind pfeift hier oben! Wir haben uns die Burgruine Runding angesehen. Und konnten es kaum glauben - die Sonne kam sogar raus und es hat einmal für eine Stunde NICHT geregnet! Mit Tee und Gebäck könnt ihr hier bestimmt eine Ecke finden, in der ihr euch aufwärmen könnt, es gibt auch einen überdachten Turm.



Die Lage ist wie so oft bei einer Burg kaum zu überbieten

7. Lasst euch die Laune einfach nicht verderben, egal was für ein Wetter ist!


Habt ihr noch andere Tipps für den Bayerischen Wald? Es gibt bestimmt noch viel mehr zu entdecken...